E-CarSharing braucht eine öffentlich geförderte Ladeinfrastruktur

    Auf der Weltklimakonferenz in Glasgow haben sich 24 Staaten für ein Ende des Verbrennungsmotors ausgesprochen. Der scheidende Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte einem solchen Vorhaben eine Absage erteilt. Der Bundesverband CarSharing e.V. (bcs) fordert von der neuen Bundesregierung eine konsequente Antriebs- und Verkehrswende. Dazu muss unter anderem die nötige Ladeinfrastruktur für das besonders verkehrsentlastende CarSharing gefördert werden.

    Die CarSharing-Anbieter sind Vorreiter der Elektromobilität. Aktuell beträgt der E-Anteil in den CarSharing-Flotten 18,5 Prozent, die gesamte deutsche Pkw-Flotte kommt nur auf 1,2 Prozent. Knackpunkt bleibt der Ausbau der Ladeinfrastruktur. Deshalb fordert der bcs in seinem Nationalen Entwicklungsplan CarSharing von der neuen Bundesregierung, Ladepunkte an Stellplätzen für CarSharing im öffentlichen Raum endlich zu fördern. Parallel sollten Förderprogramme für Ladeinfrastruktur im privaten Raum Mobilitätsangebote wie das CarSharing besonders privilegieren.

    bcs-Geschäftsführer Gunnar Nehrke erklärt:

    „Mit dem Carsharinggesetz von 2017 will der Bund CarSharing-Stellplätze im öffentlichen Raum ermöglichen. Zugleich hat das Bundesverkehrsministerium bislang keine Förderung von Ladepunkten an eben diesen Stellplätzen zustande gebracht. Für private Pkw-Besitzer gibt es eine Vielzahl an Förderprogrammen auf der Straße wie in privaten Garagen. CarSharing braucht ebenfalls dringend eine öffentlich geförderte Ladeinfrastruktur des Bundes.“

    Der vollständige Nationale Entwicklungsplan CarSharing steht auf der Homepage des bcs zur Verfügung.

    Was ist zu tun?

    Derzeit stehen in Deutschland 26.200 CarSharing-Fahrzeuge in 855 Städten und Gemeinden zur Verfügung. Was wir brauchen, ist ein schneller Ausbau des Angebots, der dazu führt, dass Car-Sharing flächendeckend verfügbar wird und den privaten Autobesitz als Leitprodukt der Pkw-Mobilität ablösen kann. Ein derart schnelles Wachstum können die CarSharing-Anbieter nur mit Unterstützung der Politik schaffen. Mit folgenden Maßnahmen kann die schnelle Umstellung der Pkw-Mobilität auf Sharing erreicht werden:

      1. Flächendeckenden Ausbau der CarSharing- Infrastruktur fördern

      2. Regulative Hindernisse für die CarSharing- Förderung beseitigen

      3. Bessere Rahmenbedingungen für E-CarSharing schaffen

      4. CarSharing, ÖPNV und andere Sharing-Angebote digital vernetzen

      5. Vorrang für Sharing beim Autonomen Fahren

      6. Sharing als neues Leitbild für den motorisierten Individualverkehr

    Über den bcs: Der Bundesverband CarSharing e.V. ist der Dachverband der deutschen CarSharing-Anbieter. Ziel des Verbandes und seiner Mitglieder ist es, den Autobestand und Autoverkehr zu vermindern und die Umweltbelastung durch den motorisierten Individualverkehr zu verringern. Der bcs fördert CarSharing als moderne Mobilitätsdienstleistung und strebt eine Vernetzung mit dem öffentlichen Nahverkehr an.

    Weitere Informationen zum Thema CarSharing, zur verkehrsentlastenden Wirkung der Dienstleistung und zu den politischen Forderungen des bcs finden Sie auf www.carsharing.de